Selbsthilfe gegen chronischen Schmerz durch mehr Achtsamkeit mit Mind-Training
Mind-Trai­ning · Schmerz

Was ist Schmerz?

Die Inter­na­tio­na­le Gesell­schaft zur Erfor­schung des Schmer­zes (IASP) defi­niert Schmerz als „ein unan­ge­neh­mes Sin­nes- und Gefühls­er­leb­nis, das mit aktu­el­ler oder poten­ti­el­ler Gewe­be­schä­di­gung ver­knüpft ist oder mit Begrif­fen einer sol­chen Schä­di­gung beschrie­ben wird.“

Schmerz ist über­le­bens­wich­tig. Er dient als Warn­si­gnal und hat die Auf­ga­be, den Kör­per zu schüt­zen, indem er bei­spiel­wei­se auf eine Ver­let­zung oder eine dro­hen­de Gewe­be­schä­di­gung hin­weist. In der Regel geht dem Schmerz ein Reiz vor­aus, er ist lokal und zeit­lich begrenzt. In die­sem Fall spricht man von aku­tem Schmerz. Wenn Schmer­zen aber über einen lan­gen Zeit­raum bestehen blei­ben und nicht mehr mit einem bestimm­ten Aus­lö­ser in Ver­bin­dung gebracht wer­den kön­nen, ver­selb­stän­digt sich der Schmerz und kann zur Qual für den Betrof­fe­nen wer­den. Dann spricht man von chro­ni­schem Schmerz.

Akuter Schmerz

Aku­ter Schmerz ist ein Warn­si­gnal und ein Sym­ptom. Er zeigt an, dass der Kör­per geschä­digt oder ver­letzt wur­de. Dar­um ist er in der Regel auf den Ort der Schä­di­gung begrenzt. Bei einem gebro­che­nen Bein schmerzt aus­schließ­lich das Bein. Die Inten­si­tät des Schmer­zes hängt meist vom Aus­maß der Ver­let­zung ab. Ein Bruch schmerzt stär­ker als eine leich­te Prel­lung. Ent­schei­dend ist: Aku­ter Schmerz, der War­ner und Schüt­zer, ver­schwin­det wie­der, sobald die Ursa­che geheilt ist.

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Eigenschaften Akuter Schmerz

  • ist das Signal/Symptom für eine Gewe­be­schä­di­gung oder aku­te Erkran­kung
  • ist meist auf den erkrank­ten oder ver­letz­ten Kör­per­teil beschränkt
  • die Inten­si­tät hängt von Ort und Aus­maß der Schä­di­gung ab
  • klingt nach dem aku­ten Ereig­nis wie­der ab

Chronischer Schmerz

Chro­ni­scher Schmerz kann eben­falls die Fol­ge einer Gewe­be­schä­di­gung sein, etwa bei chro­ni­schen Erkran­kun­gen und Ent­zün­dun­gen (Rheu­ma, Krebs). Von chro­ni­schem Schmerz spre­chen Fach­leu­te dann, wenn er seit min­des­tens drei bis sechs Mona­ten besteht und den betrof­fe­nen Pati­en­ten phy­sisch (Mobi­li­täts­ver­lust und Funk­ti­ons­ein­schrän­kung), psy­chisch-kogni­tiv (Befind­lich­keit, Stim­mung und Den­ken) und sozi­al beein­träch­tigt.

Kom­pli­ziert wer­den die Zusam­men­hän­ge, wenn Schmerz sich im Zen­tral­ner­ven­sys­tem qua­si ein­brennt, was pas­sie­ren kann. Es ent­steht das so genann­te “Schmerz­ge­dächt­nis”. Das Ner­ven­sys­tem ist durch stän­di­ge Rei­zung über­emp­find­lich gewor­den. Es reagiert danach selbst auf harm­lo­se Rei­ze wie etwa Berüh­run­gen mit Schmerz­si­gna­len. Die kör­per­ei­ge­ne Kon­trol­le, das Endor­phin-Sys­tem, kann das Gesche­hen nicht mehr aus­rei­chend dämp­fen und kon­trol­lie­ren. Dar­um lau­fen Pati­en­ten mit chro­ni­schen Schmer­zen oft von Arzt zu Arzt, ohne dass eine direk­te Ursa­che dia­gnos­ti­zier­bar wäre. Das bedeu­tet aber nicht, dass die Pati­en­ten sich alles nur ein­bil­den oder gar Simu­lan­ten sind.

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Eigenschaften Chronischer Schmerz

  • ist eine eigen­stän­di­ge Erkran­kung
  • besteht wei­ter, obwohl eine ursäch­li­che Ver­let­zung oder Krank­heit bereits geheilt ist
  • hat häu­fig kei­ne klar erkenn­ba­ren Ursa­chen mehr
  • hat oft die Funk­ti­on als Warn­sym­ptom ver­lo­ren

Quel­le (Deut­sche Schmerz­li­ga e.V.): http://schmerzliga.de/was_ist_schmerz.html